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Die Praxis
















RÖSA - Regionale Ökologische Sachunterrichts-Lernwerkstatt

Beispiel für Projekte aus dem
Bereich Didaktik der Chemie- und Lehrerausbildung


> Projektziel - Durch handlungsorientierten Unterricht zum eigenständigen Denken anregen

> Durchführende Institution - Universität Oldenburg

> Bundesland/Region -Niedersachsen/Oldenburg

> Zielgruppe - Einzelne Kinder, Lehrkräfte und Klassen

> Beteiligte Klassenstufe/-n - Primarbereich

> Beteiligtes Fach/Fächer - Sachunterricht

> Projektdauer und Frequenz der Durchführung - Seit 1994 mit kontinuierlicher Entwicklung, Internetprojekt 2001-2004

Wie kam es zu diesem Projekt/der Maßnahme?

Als ehemalige Lehrerin hat Frau Professor Kaiser mit Aussiedlerkindern die Erfahrung gemacht, dass Unterricht, der auf der Basis des eigenen Lernens und Handelns der Kinder aufbaut, auch in den Naturwissenschaften wesentlich mehr Interesse und Neugier weckt als an reiner Inhaltsvermittlung orientierte Stunden.
Als ihr mit dem Projekt "Regionale Heimatkunde zwischen Stadt und Land" der Gemeinsamen Landesplanung Niedersachsen-Bremen die Gelegenheit geboten wurde, diese Erfahrungen 1994 bis 1996 wissenschaftlich aufzuarbeiten und zu erweitern, wurden die Grundlagen für das heutige RÖSA gelegt. Ausrangierte Alltagsgegenstände werden dabei als Lernmaterialien für den Sachunterricht verwendet. Sie werden unter didaktischen Gesichtspunkten in kleinen Kisten zusammengefasst, aus denen Kinder gemeinsam mit ihren Lehrern im Sachunterricht lernen. Mit Erfolg, denn 1997 erhielt die Regionale Ökologische Sachunterrichts-Lernwerkstatt den Umweltpreis der Stadt Oldenburg.

Was wird getan?

Die Kisten enthalten Material, welches im Rahmen eines handlungsorientierten Sachunterrichts eingesetzt werden kann. Jede Kiste behandelt dabei ein Thema aus einem vielfältigen Spektrum, etwa "Farbe", "Ernährung", "Luft" oder "Zeit". Neben dem Material, das selbständig und kreativ von den Kindern wie auch von den Lehrkräften erkundet wird, finden sich in den Kisten ausführliche Beschreibungen der Handlungsmöglichkeiten, weiterführende Literaturlisten und vieles mehr. So stellen die Kinder mit der Liste "Wärme" in "Kiste sieben" zum Beispiel Popcorn her.
Die Sachunterrichtskisten dürfen nicht als feststehender Weg der Unterrichtsgestaltung verstanden werden. Sie sollen Lehrkräfte und Kinder vielmehr zum Denken und Handeln anregen, helfen Ideen zu entwickeln und einen individuellen, handlungsorientierten Zugang zum jeweiligen Thema ermöglichen.
Nach der Pilotphase der Entwicklung von ersten Sachunterrichtskisten wurde die Oldenburger Lernwerkstatt RÖSA in der Region eine Anlauf- und Fortbildungsstelle. Einmal in der Woche ist die Lernwerkstatt für alle Interessierten, insbesondere Lehrkräfte der Region, geöffnet. Die Kisten können ausgeliehen und an den eigenen Schulen, Tagesstätten oder sonstigen Einrichtungen eingesetzt werden.
Im Projekt RÖSAonline wird das Material der Oldenburger Regionalen Ökologischen Sachunterrichts-Lernwerkstatt zu regionalen und allgemeinen Bildungsthemen, das bislang nur die Schulen und Einzelpersonen der Region ausleihen konnten, im Internet bildlich zur Nachahmung präsentiert. In Diskussionsforen können die beteiligten Kinder auf der RÖSA–Internetseite (www.roesa.de) ihre Erfahrungen austauschen.
Gegenwärtig beteiligen sich auch japanische Lehrkräfte an der Erprobung des Konzeptes und ein Praxisbuch zum Konzept wurde ins Japanische übersetzt.

Was ist das Besondere an diesem Projekt/der Maßnahme?

Mit RÖSA wird für den allgemein bildenden Unterricht an der Grundschule ein thematisch umfassendes, didaktisch-methodisches Programm für handlungsorientiertes und kommunikatives Lernen bereit gestellt. Das Projekt ist ohne große finanzielle Belastung kopierbar, weil nicht teure Versuchsmaterialien für den Sachunterricht verwendet werden, sondern Reste, die eigentlich wertvoll sind, in Haushalt und Gewerbe aber weggeworfen werden. Das einfache Material weckt bereits bei Schülern in der Grundschule die Faszination für Naturwissenschaften.
Ein weiterer interessanter Aspekt des Projektes ist, dass an der Konzeption viele Studierende beteiligt sind, die so ihre Ausbildung praxisnah gestalten können. Das Projekt wird ständig evaluiert. Auf Rückmeldebögen können die Lehrer nach Nutzung der Einzelkiste ihre Erfahrungen und Empfehlungen weitergeben, sodass die Materialien kontinuierlich verbessert werden.

Erfahrungen und Empfehlungen

Es hat sich gezeigt, dass einfache, gut aufgearbeitete Materialien in der Praxis gerne angewandt werden. Die Sachunterrichtskisten sind dementsprechend sehr gefragt. Lehrkräfte fahren oft weit, um sich diese für ihren Unterricht auszuleihen. Eine Evaluationsstudie hat ebenfalls die hohe Akzeptanz bei den Lehrern belegt.
Auch für das Internetangebot scheint sich ein ähnlich großes Interesse abzuzeichnen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Astrid Kaiser
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstraße 114-118
26111 Oldenburg

Tel.: 04 41/7 98-20 32
Fax: 04 41/7 59 95
e-mail: astrid.kaiser@uni-oldenburg.de
Homepage: http://www.roesa.de

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