Bildungsinitiative Chemie
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Die Praxis
















Orangen - eine Erfrischung für den Chemieunterricht

Beispiel für Projekte von
Universitäten für Schüler


> Projektziel - Interesse am Fach Chemie durch alltagsorientierte Themenstellungen wecken

> Durchführende Institution - Gymnasium Schillerschule Hannover

> Bundesland/Region - Niedersachsen

> Zielgruppe - Schulklasse

> Beteiligte Klassenstufe/-n - 12. - 13. Jahrgang; Leistungs- oder Grundkurs Chemie

> Beteiligtes Fach/Fächer: Chemie; Kooperation mit Erdkunde und Politik möglich

> Projektdauer und Frequenz der Durchführung - 12 - 15 Unterrichtsstunden bisher einmalig durchgeführt im Rahmen des normalen Unterrichts Wiederholung jederzeit möglich; auch als Projekt durchführbar

Wie kam es zu diesem Projekt/der Maßnahme?

Diese Unterrichtsreihe stellt einen erfolgreichen Versuch dar, vorgeschriebene Lehrplaninhalte so zu strukturieren, dass nicht die Fachsystematik, sondern der Alltagsbezug im Vordergrund steht. Die Konzeption stammt von Frau Espel, die am Beispiel dieser Früchte einige Themenbereiche des Oberstufenunterrichts kontextorientiert zusammenfasst. Die Inhaltsstoffe der Orangen von der Schale bis hin zum Saft können im einzelnen als Lerninhalte zu den folgenden Themenbereichen angesehen werden: Säure-Base-Reaktionen, Redoxsysteme, Aromastoffe und Farbstoffe.
Das Unterrichtskonzept eignet sich neben der Vermittlung der genannten Fachinhalte sehr gut zum Erlernen wichtiger chemischer Untersuchungsmethoden.
Die problemorientierte Herangehensweise mit zahlreichen Experimenten zielt darauf ab, das Interesse am Fach Chemie zu wecken beziehungsweise zu stärken.
Alle Experimente wurden so ausgewählt, dass sie schnell und mit einem geringen Materialaufwand durchführbar sind. Aufgrund der einfachen Versuchsvorschriften konnte der Kurs weitgehend selbständig arbeiten.
Was wird getan?

Nach einem einführenden Gespräch über die Frucht und ihre Bedeutung im Alltag, bildeten die Schüler des Chemie-Leistungskurses Gruppen, die arbeitsteilig die Orangenschale und den Orangensaft untersuchten. Konkrete Unterrichtsinhalte waren unter anderem die Isolierung des Orangenöls durch Extraktion, Analyse des Öls durch Dünnschichtchromatografie und Gaschromatografie. Die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Hauptbestandteils (Limonen) wurden experimentell erschlossen. Der Gesamtsäuregehalt des Saftes konnte mit pH-metrischer Titration bestimmt werden. Die Zitronensäure wurde mittels Kationenaustauscher isoliert und über Schmelzpunktbestimmung identifiziert. Der Ascorbinsäuregehalt wurde durch Redoxtitration ermittelt.
Die Ergebnisse der Einzelgruppen wurden vor dem gesamten Kurs präsentiert und diskutiert. Damit war zusätzlich die Förderung kommunikativer Kompetenzen und das Erlernen von Präsentationstechniken gegeben.
Fachübergreifende Aspekte wie zum Beispiel Kinderarbeit bei Orangenanbau und Ernte, Orangen als nachwachsende Rohstoffe, sowie Saftproduktion wurden in dieser Unterrichtsreihe vernachlässigt, sind aber jederzeit integrierbar.
Kooperation fand statt mit dem "Institut für Lebensmittelchemie" der Universität Hannover. Dabei hat eine Arbeitsgruppe das selbstgewonnene Orangenöl im Institut gaschromatografisch untersucht.
Das Konzept wurde in einer fachdikatischen Zeitschrift veröffentlicht (PdN-Chemie) und bei einigen Fortbildungsveranstaltungen vor Chemielehrern vorgetragen. Es fand erfreuliche Zustimmung.
Was ist das Besondere an diesem Projekt/der Maßnahme?

Die "Verpackung" der Unterrichtsinhalte ist das Besondere. Den Schülern wird durch die sozusagen natürlich vorgegebene Anordnung der Unterrichtsinhalte deutlich, dass Chemie nicht etwas Abgehobenes ist, sondern dass nahezu alles im Alltag mit Chemie zu tun hat. Die Relevanz chemischer Fragestellungen wird dadurch bewusst und motiviert zu einer intensiveren Auseinandersetzung.
Erfahrungen und Empfehlungen

Die Aufgabenstellung, eine Frucht mit chemischen Methoden auf die Inhaltsstoffe hin zu untersuchen, war für die Lerngruppe sehr motivierend.
Die Experimente haben sich sehr gut bewährt, da der Aufbau und die Durchführung einfach gestaltet sind. Positiv empfanden die Schüler die Möglichkeit zum eigenständigen Arbeiten. Die Präsentationen der Gruppenergebnisse im Plenum war verbesserungsbedürftig und belegt damit die Notwendigkeit, kommunikative Kompetenzen auch im Chemieunterricht zu fördern.
Die Kooperation mit dem Institut für Lebensmittelchemie war für die Schüler eine bereichernde Gelegenheit die Schule zu öffnen und die chemischen Arbeitsweisen in der Realität kennenzulernen.
Bei einer möglichen Wiederholung dieses Projektes wären weitere Kooperationen mit Instituten der Universität wünschenswert.

Ansprechpartner

Doris Espel
Schillerschule Hannover
Ebellstraße 15
30625 Hannover

Tel.: 05 11/16 84-87 77 oder 05 11/41 67 89 (privat)
Fax: 05 11/16 84-88 06 oder 05 11/41 67 38 (privat)
e-mail: DEspel@t-online.de

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