Bildungsinitiative Chemie
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Workshop Frankfurt
April 2002

Vielfältige Bildung sichert die Zukunft

Hessen-Workshop der Bildungsinitiative Chemie zeigt attraktive Projekte für die Schule

Freiräume bei der Umsetzung von Lehrplänen ausnutzen, Berufsberatungs-Zentren an Schulen einrichten, Kontakte zwischen Schulen, Hochschulen und Firmen intensivieren, mehr kleine und mittelständische Unternehmen einbeziehen oder Praktika für Schüler an Universitäten vermitteln.

Das sind nur einige Beispiele, die sich Lehrer für einen besseren Chemieunterricht wünschen.

Entstanden ist diese Wunschliste während eines Workshops der Bildungsinitiative Chemie Hessen Mitte April in Frankfurt, zu dem die Chemieverbände, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sowie die Gesellschaft Deutscher Chemiker eingeladen hatten.

Zentrales Ziel der Bildungsinitiative ist es, den Chemieunterricht attraktiver zu gestalten und die Naturwissenschaften für junge Menschen interessanter zu machen. Professor Dr. Thomas Schreckenbach, Mitglied im Bildungspolitischen Ausschuss des VCI und Mitglied der Geschäftsführung der Merck KGaA, brachte es auf den Punkt: „Bildung erschließt die Zukunft.“

Gefragt sei deshalb die Vielfalt der Bildung, die erkannt, zugelassen und permanent weiterentwickelt werden müsse. Dies sei eine Aufgabe von Schulen, Universitäten, Elternhaus, Politik und Verbänden. Schreckenbach betonte, dass Bildung ein übergreifendes Thema sei und damit auch andere Disziplinen neben den Naturwissenschaften in diesen Dialog einbezogen werden sollten. Diese Argumente fanden breite Zustimmung bei den rund 100 Workshop-Teilnehmern aus Bildungspolitik, Schule, Wirtschaft und Gewerkschaft.



Schon Grundschulkinder interessieren sich für
naturwissenschaftliche Phänomene im Alltag.

CHEMIE GEHÖRT SCHON IN DIE GRUNDSCHULE

Stellvertretend für die Bildungsinitiative Chemie setzte sich Schreckenbach für eine grundsätzliche Kehrtwende in der Bildungspolitik ein und forderte neue Schwerpunkte in der naturwissenschaftlichen Bildung: Ein Drittel der Stundentafel sollte von der Grundschule an den naturwissenschaftlichen Fächern gehören. Denn gerade bei Kindern in der Grundschule sei das Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen besonders ausgeprägt. Eine entsprechende personelle und materielle Ausstattung müsse an allen Schulen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus müssten die Lehrpläne optimiert sowie die Lehreraus- und -fortbildung verbessert werden.

LEHRERNACHWUCHS: FEHLANZEIGE

Diese Anmerkungen waren Anlass für Staatssekretär Dr. Hartmut Müller-Kinnet, Hessisches Kultusministerium, auf eine abträgliche Entwicklung hinzuweisen: Bereits jetzt fehlt der Lehrernachwuchs. Allein an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe- Universität haben 50 Prozent der Erstsemester im Lehramtsstudium Germanistik gewählt. Und noch ein anderer Aspekt verursacht Kopfschmerzen. Ralf Sikorski, stellvertretender Landesbezirkleiter der IG BCE Hessen/Thüringen, beobachtet mit Sorge das Desinteresse von Mädchen und jungen Frauen an Naturwissenschaften und Technik.

Und diese Sorge ist durchaus mehr als berechtigt: Untersuchungen belegen, dass bei Schülerinnen der Chemieunterricht noch weniger beliebt ist als bei Jungen. Außerdem konzentrieren sich bei fast 400 anerkannten Ausbildungsberufen 55 Prozent aller Mädchen auf lediglich zehn Ausbildungsberufe, worunter kein einziger technischer zu finden ist. „Wenn wir realisieren, dass sich kommende Beschäftigungszuwächse in diesem Bereich abspielen beziehungsweise Fachkräfte hier gesucht werden, dann ist diese Situation alarmierend“, erklärte Sikorski. Darum müssten Mädchen und junge Frauen lernen, diesen Bereich als Chance zu erkennen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse der Lernort Schule attraktiver werden, appellierte der Gewerkschaftsvertreter. Denn dort könnten Lehrer das Interesse für Naturwissenschaften frühzeitig wecken und berufliche Orientierung vermitteln.

KONTAKT
Weitere Informationen:
Gregor Disson, VCI-Landesverband Hessen,
Telefon: 069 2556-1421
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