Bildungsinitiative Chemie
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Workshops




















Workshop Hamburg –
25. September 2002

Qualifizierten Nachwuchs sichern

Nur interessierte und gut ausgebildete Nachwuchskräfte garantieren die Inno-vationsfähigkeit der chemischen Industrie. Im Rahmen eines Arbeitstreffens der „Bildungsinitiative Chemie“ entwickelten deshalb am 25. September in Hamburg über 80 Schüler, Lehrer und Unternehmer zahlreiche Vorschläge, wie junge Menschen wieder für die Chemie begeistert werden können.



Rund 300 neue Ausbildungsplätze bieten die Betriebe der chemischen Industrie in Hamburg und Schleswig-Holstein jedes Jahr an. Ausbildungsplätze, die ein vielseitiges und zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld versprechen. Dennoch beklagen viele Ausbildungsleiter seit einigen Jahren einen deutlichen Rückgang der Bewerberzahlen und ein abnehmendes Bildungsniveau bei den Schulabgängern. Vor allem das Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen nehme seit Jahren ab. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der Landesverband Nord des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI Nord) ermittelte in einer Umfrage, dass der Sockelbetrag für den Chemieunterricht an den Gymnasien in Norddeutschland zwischen 500 und 2.000 Euro pro Jahr liegt. Für jeden Chemieschüler werden damit im Durchschnitt nur zwischen eineinhalb und vier Euro pro Jahr aufgewendet.

Ergebnisse der
Arbeitsgruppen


Workshop 1
  • Frühes Praktikum
  • 3 statt 2 Stunden Chemie
  • Schülerexperimente
  • Kleinprojekte im Unter-
    richt
  • Kurze Forschungsprojek-
    te mit Unternehmen
  • Unternehmensprojekt als
    Teil des Lehrplans

Workshop 2

  • Fortbildung für Grund-
    schullehrer
  • An die Lebenswelt der
    Schüler anknüpfen
  • Experimentierfreude der
    Kinder aufgreifen
  • Schulen und Lehrer
    müssen selbst Ressourcen bereitstellen



Workshop 3
  • Vorurteile abbauen
  • Kontakte durch
    Moderatoren wie Bürgermeister
    herstellen
  • Besserer Austausch zwischen Verwaltung, Schulen und Betrieben
  • Bündelung der Informationen
  • Koordination aller Projekte

Workshop 4

  • Hohe Sozialkompetenz
  • Vermittlung von Anforderungsprofilen
  • Betriebspraktikum als
    Pflicht für
    Lehramtsstudenten
  • Unternehmer
    als Lehrkräfte

Und auch mit den Kontakten zwischen Schulen und Unternehmen steht es nicht zum Besten, wie der Arbeitgeberverband ChemieNord herausfand. Von 300 befragten Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein konnten nur 23 auf einen bestehenden Kontakt verweisen. 178 Schulen hingegen sind noch auf der Suche nach kooperationsbereiten Unternehmen. Mit einem Arbeitstreffen im Rahmen der „Bildungsinitiative Chemie“ starteten ChemieNord, der VCI Nord, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und die Gesellschaft Deutscher Chemiker deshalb jetzt den Versuch, neue Konzepte für einen attraktiveren Chemieunterricht und eine engere Kooperation zwischen Unternehmen und Schulen zu entwickeln.



80 Schüler, Lehrer, Unternehmer und Professoren diskutierten auf ihre Einladung hin in vier Kleingruppen die Themen: Wie lässt sich Chemie im Unterricht attraktiver vermitteln und gestalten? (Workshop 1), Kinder und Jugendliche früh begeistern – Zeitgemäße Lehreraus- und –fortbildung in den Naturwissenschaften (Workshop 2), Berufe in der Chemie – Mit Kooperationen das Berufswahlspektrum erhöhen (Workshop 3), Erwartungen von Industrie und Hochschulen an die Qualifikation von Schulabgängern (Workshop 4).
Zu den einzelnen Ergebnissen der Workshops siehe die Kästen.



Begleitet wurde die Veranstaltung von einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem erfolgreiche Projekte für einen lebendigen Chemieunterricht präsentiert wurden.
Und auch eine Rückmeldung der Arbeitsergebnisse an die Politik hatten die Veran-stalter eingeplant. In einer Diskussionsrunde mit der Schleswig-Holsteinischen Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und dem Hamburger Staatsrat der Bildungsbehörde Dr. Reinhard Behrens wurde schnell deutlich, dass auch hier die Bereitschaft besteht, den Stellenwert des naturwissenschaftlichen Unterrichts deutlich zu erhöhen. Dabei dürften aber nicht die einzelnen Fächer mit ihren Forderungen nach mehr Lehrkräften und mehr Stunden gegeneinander ausgespielt werden, so Erdsiek-Rave.

„Mit der Veranstaltung haben wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung ge-tan. Viele Lehrer haben vor Ort neue Kontakte zu Unternehmen geknüpft und Anre-gungen für eigene Unterrichtsprojekte erhalten. Jetzt müssen diese positiven Erfah-rungen in der Praxis umgesetzt werden“, so das Fazit von Lutz Hübner, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes ChemieNord.

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