Bildungsinitiative Chemie
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Workshops




















Workshop Mainz
12. September 2001

100 Schüler, Lehrer und Unternehmer beim Workshop der „Bildungsinitiative Chemie“ in Rheinland-Pfalz

Am 12. September fand in Mainz der zweite Workshop der bundesweiten Bildungsinitiative Chemie statt. Bei dem Treffen diskutierten rund 100 Schüler, Lehrer, Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter aus Rheinland-Pfalz, wie das Interesse für Naturwissenschaften bei Jugendlichen gesteigert werden kann. Auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen nahm an dem Workshop teil. Ziel der Initiative ist es, den Stellenwert der Naturwissenschaften in der Schule zu erhöhen und das Fach Chemie attraktiver zu machen.


„Die Chemie ist faszinierend, vielfältig und vor allem praxisnah. Das sind ideale Voraussetzungen für einen spannenden und lebendigen Chemieunterricht an den Schulen“, erklärte Dr. Stefan Marcinowski, Vorstandsmitglied der BASF Aktiengesellschaft und Vorsitzender des Ausschusses für Forschung, Wissenschaft und Bildung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). „Die Bildungsinitiative Chemie will hier ein richtungsweisender Baustein auf dem Weg zu einer interessanten Unterrichtsgestaltung sein“, so Marcinowski weiter. Sie setze auf den Dialog aller an der Chemiebildung Beteiligten: Lehrer, Schüler, Praktiker aus Unternehmen, Hochschullehrer und Bildungspolitiker sowie Vertreter der Schulverwaltung.


Auf der Veranstaltung konnten bereits 20 Beispiele für einen praxisnahen und lebendigen Unterricht vorgestellt werden, die als Ideenpool für die Workshops der Bildungsinitiative Chemie dienen. Diese Beispiele werden erst durch ein hohes Engagement von Einzelpersonen möglich. Die große Nachfrage von Seiten der Schulen zeigt, dass es noch Handlungsbedarf gibt. Wie durch Kooperationen bei der Berufsorientierung und Unterrichtsgestaltung mit außerschulischen Partnern Chemieunterricht attraktiver gestaltet werden kann, ist ebenfalls deutlich geworden.


Mit der Bildungsinitiative Chemie übernehmen wir als Sozialpartner der Chemischen Industrie gemeinsam Verantwortung für die Weiterentwicklung unseres Bildungs- und Beschäftigungssystems“, erläuterte Edeltraud Glänzer, stellvertretende Landesbezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Dialogfähigkeit und Kooperationsbereitschaft seien Eigenschaften, die als Schlüsselqualifikationen zunehmend im betrieblichen Alltag gefragt sind. Dies müsse sich auch im schulischen Unterricht niederschlagen. Der Bezug zur gesellschaftlichen Realität sei gerade in den abstrakten naturwissenschaftlichen Fächern wichtig. Weiter betonte Sie, dass es besonders für Mädchen und junge Frauen gelte, den naturwissenschaftlichen Bereich interessanter und beruflich attraktiver zu machen. „Für all dies bedarf es nicht nur eines guten Willens, auch die politischen Rahmenbedingungen müssen stimmen“, erklärte Glänzer.


Die Bildungspolitik müsse große Anstrengungen unternehmen, um die naturwissenschaftliche Schulbildung zu stärken, da die Schule in diesem Bereich praktisch ein Vermittlungsmonopol habe, betonte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen. Zwar sei die Situation in Rheinland-Pfalz sowohl hinsichtlich der Wahl mathematisch-naturwissenschaftlicher Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe als auch hinsichtlich der Stundentafeln für die Sekundarstufe I vergleichsweise günstig. Dennoch sehe man Handlungsbedarf. "In Rheinland-Pfalz werden vielfältige Anstrengungen unternommen, um die naturwissenschaftliche Schulbildung zu stärken. Das betrifft sowohl den Pflichtunterricht als auch Zusatzangebote für interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler", so Ahnen. "Aber die Schule braucht Partner und ich hoffe, dass neue, fruchtbare Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen und Wirtschaft hier in Rheinland-Pfalz heute ihren Anfang nehmen."


Die aktuelle „Nachfrage“ bei den Schülern macht den Chemieverbänden allerdings Sorgen. „Seit Jahren beobachten wir ein abnehmendes Interesse Jugendlicher an naturwissenschaftlichen Themen“, erklärte Wolfgang Drinnenberg, Vorsitzender der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, unter deren Dach der Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie und der VCI Landesverband vereinigt sind. Trotz der häufig beklagten Ausbildungsnot hätten viele Firmen Schwierigkeiten, Auszubildende für naturwissenschaftliche Berufe wie Chemikant oder Laborant zu finden. „Es liegt uns sehr am Herzen, hier ein Umdenken zu erwirken und eine neue Aufgeschlossenheit für die Naturwissenschaften zu wecken“, so Drinnenberg.

Der Workshop war Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten der Chemiesozialpartner in Rheinland-Pfalz. Dazu wird der „Runde Tisch Chemie“ (eine Einrichtung der rheinland-pfälzischen Tarifvertragsparteien) die Ergebnisse des Workshops auswerten.
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