Bildungsinitiative Chemie
home Kontakt Impressum Projekte Materialien Workshops Termine Links
>

Workshops




















Workshop Stuttgart
13. März 2002

Auftaktveranstaltung für Baden-Württemberg gemeinsam mit Kultusministerin Dr. Annette Schavan:

Bildungsinitiative Chemie zeigt Ansätze für spannenden und lebendigen Chemieunterricht

Die Workshopveranstaltung im Stuttgarter Haus der Wirtschaft bildete den Auftakt der Bildungsinitiative Chemie für Baden-Württemberg. Gemeinsam mit der Kultusministerin, Dr. Annette Schavan, wurde nach neuen Wegen gesucht, die Naturwissenschaften für junge Menschen interessanter zu machen. Der Einladung waren etwa 200 Vertreter aus Bildungspolitik, Schulen, Wirtschaft und Gewerkschaften gefolgt.


Auf die Notwendigkeit, dass Schule sich mit dem realen Leben befassen müsse und dass dies insbesondere bei den abstrakten naturwissenschaftlichen Fächern wichtig sei, wies Ralf Stockheim, Landesbezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie bereits in seiner Eröffnungsrede hin. Es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche darauf vorbereitet werden, in Gesellschaft und Arbeitswelt verantwortlich handeln zu können. "Die gesellschaftlichen Veränderungen fordern dazu heraus, zu veränderten innovativen Bildungsinhalten und Strukturen zu kommen", so Stockheim. Dazu sei es notwendig, Praxis und Innovationen in die Schule zu holen. Er wies darauf hin, dass die Träger der Bildungsinitiative Chemie dazu einen Beitrag leisten wollen und damit gleichzeitig Verantwortung für die Bildungs- und Berufsbildungspolitik übernehmen.


"Das Interesse an Naturwissenschaften und speziell an der Chemie ist an den Schulen nicht ausreichend vorhanden" stellte Alexander Dehio, Vorsitzender des Landesverbandes der chemischen Industrie, fest. Dies zeige sich an der Belegung entsprechender Leistungskurse an den Gymnasien. Auch bei den naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufen in der chemischen Industrie ist laut Dehio die Zahl interessierter und qualifizierter Bewerber nicht ausreichend. Naturwissenschaftliche Bildung müsse unbedingt einen höheren Stellenwert an den Schulen einnehmen. So sei es wichtig, dass der Sachunterricht an Grundschulen zukünftig mehr naturwissenschaftliche Inhalte aufweist. Daran anschließend sei eine kontinuierliche naturwissenschaftliche Bildung in allen Schularten von Klasse 5 bis zum Abschluss nötig. Dehio wies außerdem darauf hin, dass der Alltags- und Lebensbezug der Chemie vor allem in experimentellem Unterricht deutlich würde. Hierfür fehle derzeit noch die entsprechende personelle Ausstattung an den Schulen.


Dr. Annette Schavan beklagte die Einstellung zur Bildung - die Naturwissenschaften kämen einfach zu kurz: "Mit dieser Haltung hat man im 21. Jahrhundert keine Chance." Sie forderte ein gesellschaftliches Umdenken, damit die vorhandenen Ansätze in der Schule noch stärker ausgebaut werden könnten. Die Ministerin griff vielfach Forderungen der Industrie auf. Sie stimmte zu, dass naturwissenschaftliche Bildung genauso wichtig sei wie Sprachen oder Mathematik. Mit einer Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts solle auch erreicht werden, dass das Interesse junger Menschen an diesen Fächern sich später in der Berufswelt und in den entsprechenden Studiengängen fortsetze.


Auf besonderes Interesse stieß der "Markt der Möglichkeiten". Hier demonstrierten Lehrer, Schüler und Unternehmensvertreter an mehr als 20 Ständen, dass Chemie ein spannendes Unterrichtsfach ist und sowohl lebendig als auch alltagsnah erlernt werden kann. In diesen Schulprojekten zeigten beispielsweise Drittklässler, wie schwarze Filzstiftfarbe auf nassem Filterpapier in eine vielfältige Farbenpracht verläuft. An einem anderen Stand konnten sich Besucher über Essigherstellung oder die Chemie der Fresko-Malerei informieren. An der „surfenden“ Realschule erlernen Schüler naturwissenschaftliche Sachinhalte selbstorganisiert über das schuleigene Intranet.


In Workshops wurde diskutiert, wie mit neuen Ideen der Unterricht besser und interessanter gestaltet werden kann. Themen waren "Wie kann Chemieunterricht anschaulich und alltagsrelevant gestaltet werden?", "Wie müssen Unterrichtsprofile aussehen, um die naturwissenschaftliche Bildung zu verbessern?" oder "Wie können Kooperationen zwischen Hochschulen, Schulen und Wirtschaft zur besseren Berufsorientierung beitragen?".

Eine parallel zu den Workshops laufende Pressekonferenz stieß auf sehr positive Resonanz.
SeitenanfangZurück